was passiert, wenn man sich über Recht hinwegsetzt…

Wie in meinem kleinen Ausflug in das Urheberrecht und damit der kurzen Klärung von Rechten für Fotografen, möchte ich nun darauf eingehen, was passiert wenn man diese missachtet. Welche Möglichkeiten bestehen, wenn eines oder mehrere Fotos missbräuchlich verwendet werden? Jens Brüggemann schreibt es unmissverständlich in seinem Buch:

„- Wenn ein Foto ohne Erlaubnis des Urhebers (des Fotografen) veröffentlicht wurde (beispielsweise im Internet), steht ihm als Erstes das Recht auf zukünftige Unterlassung zu. Dies bedeutet, dass derjenige, der das Bild öffentlich zugänglich gemacht hat, sich schriftlich (am besten in Form einer strafbewehrten Unterlassungsverpflichtungserklärung) verpflichtet, in Zukunft ungenehmigte Veröffentlichungen zu unterlassen.

– Außerdem steht dem Fotografen der Beseitigungsanspruch zu, also dass die akute Veröffentlichung schnellstmöglich beendet wird, also zum Beispiel, dass besagtes Foto von der Internetseite gelöscht wird.

– Als Nächstes wird der Fotograf von seinem Auskunftsanspruch Gebrauch machen. Der Verletzte hat dem Urheber des Bildes (also dem Fotografen) Auskunft darüber zu erteilen, in welchem Umfang, wo und für welche Dauer sein Foto veröffentlicht wurde. Diese Informationen werden benötigt für die Berechnung des Schadenersatzanspruches.

– Der Anspruch des Fotografen auf Schadenersatz dient letztendlich dazu, den materiellen Schaden, den er durch die Urheberverletzung erlitten hat, zu beseitigen. Der Fotograf bekommt also, sozusagen nachträglich, die Lizenzgebühr (gemeint ist das Fotohonorar) vom Verletzter erstattet. Die entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten können gesondert verlangt werden.“

[ZitatQuelle: Brüggemann, Jens (2012): Konzertfotografie. 1. Aufl. Heidelberg, München, Landsberg [u.a.]: mitp (mitp Edition ProfiFoto)]

Der letzte Spiegelstrich ist besonders interessant in meinen Augen. Denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein Fotograf, der mit seinen Bildern nachweislich Geld verdient, wird einen deutlich höheren Schadenersatzanspruch geltend machen können als ein Hobbyfotograf, der Bilder auf rein künstlerischer Basis erstellt. Auch ist es wichtig, eine RAW-Datei archiviert zu haben, um 100% nachweisen zu können, dass man der Urheber ist.

In der Veranstaltungs- oder Konzertfotografie sind natürlich andere rechtliche Dinge zu klären, da es Hausrechte des Veranstalters oder die Bildrechte allgemein durch Agenturen/Management gehalten werden. Vorher informieren ist sehr wichtig und kann unheimlich viel Ärger und finanzielle Einbußen vermeiden.

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LINK zum Buch

PS: ein geniales Buch für die, die sich in der Konzertfotografie verorten wollen oder gemerkt haben, dass das was sie tun keine guten Ergebnisse bringt.