Power of RAW

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Als ich mit der digitalen Fotografie anfing, besaß ich Kameras, welche nur JPEG-Dateien ausgegeben haben, auch waren mir andere Bildformate nicht bekannt. Als ich begann, mich professioneller mit dem Thema Fotografie zu beschäftigten, beschäftigte ich mich natürlich auch mit den digitalen Ausgabeformaten, zu denen auch RAW gehört. Oft lese ich von anderen Fotografen, vor allem in Foren im Internet, dass RAW nicht nötig ist und viel zu viel Speicherplatz verbrauchen würde. Das Argument, dass es zu viel Speicherplatz verbrauchen würde, widerlegen die Preise für Speichermedien. SD und CF Karten werden immer günstiger und externe Festplatten um Terrabyte-Bereich kosten um die 100,-€. Das Argument, dass RAW nicht nötig sei, sehe ich widersprüchlich. Manchmal setzt eine DSLR die Bildrate bei Verwendung von RAW herunter und hohe Bildfolgeraten sind dann nicht mehr möglich. Hochwertige und natürlich teure Kameras können auch hohe Bildfolgeraten  verarbeiten, z.Zt. angeführt von der NIKON D4s die lt. Tests bis zu 60 RAW Bilder in Folge fotografieren kann und erst dann läuft der Puffer voll. Somit ist das Argument für Sportfotografen durchaus legitim. Wenn aber die Möglichkeit gegeben ist, sollte man in RAW fotografieren.

Das RAW-Format stellt die einzige Möglichkeit dar, ein „verhauenes“ Bild zu retten. Warum ist das so? RAW bedeutet: das digitale Negativ mit allen Bildinformationen, die der Sensor aufnehmen kann. Jeder Hersteller hat seine eigenen Formate und bis jetzt hat nur Adobe einen Standard festgelegt. Am leichtesten zu erkennen sind RAW-Dateien an ihrem Datei-Kürzel: z.B. x.CR2 oder x.CRW bei Canon oder x.NEF bei Nikon. Ist es eine x.DNG Datei, handelt es sich um besagtes Adobe-Format (Adobe Digital Negativ), es wird auch von einigen Kamera-Herstellern als ausgegebes RAW-Format genutzt. Die Problematik für viele Hobbyfotografen ist, dass ältere Betriebssysteme diese RAW-Daten nicht lesen können und somit kein Vorschaubild im Datei-Ordner anbieten. Generell ist die Anschaffung eine Bildbearbeitungssoftware nötig, dazu mehr in diesem Beitrag: Lightroom oder Photoshop.

Standardisiertes digitales Fotoausgabeformat in vielen digitalen Kameras ist das sogenannte JPEG-Format, manche Kameras können nur dieses Format erstellen und nehmen der bilderstellenden Person die Entwicklungsarbeit ab. Prinzipiell eine gute Sache, wenn ich an analoge Zeiten zurückdenke, wo jedes Bild entwickelt werden musste und die Profis alle eine Dunkelkammer daheim hatten. Und hingegen weitläufiger Meinung haben Fotografen schon immer entwickelt, getrickst, aufgehellt und abgedunkelt. Nur war es zu analogen Zeiten eine manuelle Arbeit, heute wird ein Bild mit den digitalen RAW-Daten am PC entwickelt. Hier kommen wir nun an die Grenzen des JPEG-Formates. Wie der Name schon vermuten lässt, ist dies eine „gepackte“ Datei, ähnlich einer .ZIP, nur dass man sie nicht mehr „entpacken“ kann, da aufgrund der geringeren Dateigröße die nicht mehr nötigen Bildinformationen rausgerechnet werden.

Vor allem der Weißabgleich ist in JPEG kaum noch möglich. Somit ist ein Bild mit einem Gelb- oder Blaustich eben gelb- oder blaustichig. Helligkeitsinformationen sind in Stein gemeisselt und dunkle Bereiche nur unter Qualitätsverlusten aufzuhellen. Dafür muss ein RAW-Bild grundsätzlich entwickelt werden. Denn wenn es aus der Kamera kommt, sieht es eher flau und stumpf aus. Und somit hat man klar noch etwas Arbeit, aber die Möglichkeiten sind wesentlich größer und die Ergebnisse haben diesen Wow-Effekt. Wie man mit RAW umgeht und aus den Bildern grandiose Ergebnisse erstellt, kann man in meinen Workshop „Lightroom Power“ lernen. Machen Sie mehr aus Ihren Bildern, fotografieren Sie in RAW.