Urheber-Recht, was zu beachten ist…

Hier möchte ich kurz und knapp einmal loswerden, was das deutsche Recht zum Thema Urheberrecht sagt.

Aus Prinzip und weil ich kein Anwalt bin, erhebe ich auf Vollständigkeit keinen Anspruch, sondern möchte Grundsätzliches einmal ansprechen. Denn oft geht es Fotografen so, dass Ihre Bilder verwendet oder gar unter anderem Namen veröffentlicht werden. Oder veröffentlicht werden, ohne es vorher abgeklärt zu haben. Ich bin kein Freund von Papierkram und sonstigen rechtlichen Dingen. Aber es ist nunmal so, dass es das Recht gibt und es gerne gebrochen wird, aus Unwissenheit oder Dreistigkeit. Aber wie bekannt, schützt Unwissen nicht vor Strafe. Deshalb Grundsätzliches:

Urheberpersönlichkeitsrecht (§ 2 GG): das stärkste Recht eines Fotografen lässt sich aus dem Artikel 2 des Grundgesetzes ableiten. Dort sind die allgemeinen Persönlichkeitsrechte verankert, also auch das Recht auf „freie Entfaltung der Persönlichkeit“, eine kreative Arbeit mit Zuhilfenahme einer Kamera IST nunmal eine kreative Entfaltung der Persönlichkeit, oder auch nicht – Geschmacksache!

Veröffentlichungsrecht (§ 12 UrhG): hier wird geregelt, dass der Fotograf als Urheber das alleinige Recht besitzt, über die Veröffentlichung eines Bildes entscheiden zu dürfen. Er kann aber nicht nur entscheiden ob, sondern auch wie sein Bild veröffentlicht wird. Und unter Veröffentlichung versteht das Recht nicht zwangsläufig, Bilder einem breiten Publikum zu präsentieren. Es genügt unter Umständen bereits, die Bilder ohne das Wissen des Fotografen einer kleinen Gruppe zu präsentieren.

Recht auf Namensnennung (§ 13 UrhG): In den Medien werden wir tagtäglich mit Bildern überhäuft und genauso häufig fehlt die Namensnennung des Fotografen. Was gängige Praxis, ist schlichtweg ein Verstoß gegen geltendes Recht. Solange der Fotograf nicht eindeutig den Verzicht auf Namensnennung erklärt hat, ist dies eine Verletzung der Rechte des Fotografen. Nach § 13 UrhG besitzt der Urheber das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft an seinem Werk. Er selbst bestimmt, ob und wie das Werk mit einer Urheberbezeigung versehen wird und wie das Bild genannt wird.

Bearbeitung von Bildern (§ 23 UrhG) und das Verhältnis zum Urheberpersönlichkeitsrecht (§ 14 UrhG): Im Gegensatz zum Urheberpersönlichkeitsrecht (§ 14 UrhG), in dem die „negative Veränderung“ eines Bilder untersagt wird (Entstellung, Verzerrung, Verfälschung oder Verschnitt), ist um § 23 UrhG die nichtenstellende Bearbeitung oder Umgestaltung geregelt. Grundsätzlich ist zu jeder Veränderung eines Bildes (Bearbeitung und Umgestaltung) die Genehmigung des Urhebers einzuholen. Dieses Recht sollte prinzipiell für jeden nachvollziehbar sein, denn ein Fotograf hat sich mit der Gestaltung seiner Bilder Gedanken um Stimmung und Aussage gemacht, welche bei einer „Fremdbearbeitung“ oder gar einem anderen Schnitt verloren gehen können.

In diesem Post geht es vorrangig um die Rechte der Fotografen an ihren Bildern. Das Persönlichkeitsrecht einer fotografierten Person steht auf einem anderen Blatt. Das Recht am eigenen Bild werde ich anderweitig behandeln.

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